Die Thomaskirche in Dresden Gruna

Die Thomaskirche konnte durch Stiftungen von Julius Rothermundt und Eva Rosine Beil sowie durch Spenden des Kreuzkirchenvorstandes und von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Dorf Gruna erbaut werden. Geplant wurde sie vom Dresdner Architekten Christian Gottfried Schramm.

Am 8. Oktober 1891 fand die Grundsteinlegung statt und schon am 10. Dezember 1891 wurden die Dachstühle aufgebaut.

Am 31. August 1892 fand die feierliche Einweihung statt (die Baukosten betrugen damals 34.000 Mark).

1908 erhielt die Kirche den Namen „Thomaskirche“. Zugleich erfolgte die Ausgliederung aus der Kreuzkirchgemeinde; es entstand die selbständige Thomaskirchgemeinde.

1892 gab es ca. 700 Gemeindemitglieder. 1930 war die Gemeinde auf 5454 Gemeindemitglieder angewachsen. Im Jahr 2004 hat die Gemeinde knapp 1.500 Mitglieder.

Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Am 30. Oktober 1932 war die Einweihung.

In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 wurde die Kirche durch Bomben zerstört. Übrig blieben nur die Umfassungsmauern, der Altar und ein Taufstein aus Stein. Nach dem Krieg verschwand dieser Taufstein spurlos.

Als erste kriegszerstörte Kirche Dresdens wurde die Thomaskirche am 29. Oktober 1950 - nach 5-jährigem Aufbau - wieder eingeweiht. In den 80er Jahren wurde die Kirche umfassend saniert und präsentiert sich seitdem in der gegenwärtigen schlichten Gestalt.

Thomaskirche - Altarfenster


Das Altarfenster
zeigt den auferstandenen Christus, der seine Wundmale vorzeigt. Der Darstellung liegt die Thomasgeschichte aus dem Neuen Testament (Joh 20) zugrunde.

Die Gestaltung des Fensters lag in den Händen des Dresdner Kunstmalers Helmar Helas.
Thomaskirche - Altar

 

Der Altar zeigt zwei Marmorreliefs mit dem Thema „Die bekehrte Gemeinde und die zu bekehrende Gemeinde“. Er wurde 1932 - 1934 von dem Dresdner Bildhauer Edmund Moeller geschaffen.

Thomaskirche - Taufschale


Die Taufschale und der Taufdeckel
stammen aus der Kirche des Ehrlich'schen Gestifts. Das Gebäude stand am Straßburger Platz und wurde beim Bombenangriff im Februar 1945 zerstört, später abgerissen. Seine Einrichtungsgegenstände sind über mehrere Dresdner Kirchen verteilt.

Thomaskirche - Kanzel


Die Kanzel
wurde 1955 von Helmar Helas mit Motiven zum „Gleichnis vom vierfachen Acker“ (Mk 4) und zu „Christus als dem Weinstock“   (Joh 15) bemalt.

Thomaskirche - Orgel


Die heutige Orgel wurde 1952 von der Firma Jehmlich (Dresden) gebaut. Sie hat zwei Manuale und ein Pedal mit 1016 klingenden Pfeifen, verteilt in 16 Registern (6/6/4) sowie eine pneumatische Traktur.


Die drei Glocken
wurden 1921 in Bochum gegossen und haben ein Gewicht von 1456 kg.  Sie mussten während des Krieges nicht abgegeben werden, weil sie aus Gussstahl bestehen und haben alle Zerstörungen unbeschädigt überstanden. So erklingen sie auch heute noch in den Tönen G / B / DES.

In den Jahren 2008/09 wurde die Thomaskirche saniert.